Tauchen mit Manta Diving – Der Nummer eins im Atlantik, der Nummer eins auf Madeira
Dez 8th, 2011 | By wpreisen | Kategorie: Touren / Reisen
Im Oktober waren unsere Freunde von der Dive-Lounge auf Madeira. Wie der Name schon sagt, stand das Tauchen an erster Stelle. Was sie vor Ort erlebt haben und wie es Ihnen unter Wasser gefallen hat könnt Ihr hier nachlesen.
Das „Manta Diving Center“ im Hotel Galomar liegt im Ort Canico de Baixo und ist für Taucher die erste Adresse auf Madeira. Als einzige Basis im Unterwasserschutzgebiet gelegen verfügt sie über eine prädestinierte Lage. Vier topographisch unterschiedliche Tauchplätze sind direkt von der Basis aus über bequeme Einstiege aus erreichbar. Besser geht es nun wirklich nicht. . Im Schutz des Unterwasserparks, und durch den warmen Golfstrom, finden wir hier eine große Artenvielfalt an Fischen vor.
Wir haben uns für zwei Tauchtage bei Stefan Maier, dem Leiter und gleichzeitig Inhaber der Basis, angemeldet. Im Hotel Galomar angekommen geht es mit dem Fahrstuhl runter zur Basis. Diese liegt eingebettet in der Steilwand unterhalb des Hotels. Wir checken um 9:00 Uhr ein. Nachdem alle Formalitäten erledigt sind zeigt man uns zuerst die Basis. Wir beginnen mit dem Rundgang im Schulungsraum. Hier finden wir für den Notfall das Verbandszeug und den Sauerstoff. sowie eine Flasche mit Essig. Der Essig ist besonders wichtig, denn er lindert die Schmerzen die durch den Stich eines Seeigels entstehen. Und Seeigel gibt es eine ganze Menge vor Madeira und helfen ungeübten Tauchern schnell die richtige Tarierung zu finden.
Auf dem Weg zum Kompressor-Raum kommen wir an den zwanzig Leihausrüstungen vom Divecenter vorbei. Diese stammen ausschließlich von Mares und sind in einem sehr guten Zustand. Alle zwei Jahre lässt Stefan diese komplett ersetzen. Taucher und Tauchschüler ohne eigene Ausrüstung können also sicher sein immer mit einem einwandfreien und modernen Equipment zu tauchen. Der letzte Austausch fand gerade erst Pfingsten statt. Die Ausrüstung zu dem Zeitpunkt unseres Besuchs war also so gut wie neu.

Nun kommen wir in den Kompressor-Raum, das Herz einer jeder Tauchbasis. Hier stehen zwei moderne, schallgedämpfte Kompressoren von Lenhardt & Wagner. Jeder Kompressor verfügt über eine Luftlieferleistung von 450l/min, und gleich daneben befindet sich eine Nirtox –Membran Anlage. Der Kompressorraum ist das Heiligtum von Stefan und macht einen topgepflegten Eindruck. Hier ist auch eine vorbildlich ausgestattete Werkstatt zu finden, in der kleine Reparaturen schnell erledigt werden.
Getaucht wird mit 12l und 10l Stahlflaschen mit DIN-Anschluss. Für Taucher mit INT-Anschluss stehen Adapter zur Verfügung. Alternativ zur Luft wird auch Nitrox als Gemisch angeboten. Bei unseren Tauchgängen lag der Sauerstoffgehalt des Nitroxgemisch immer zwischen 32% und 33%.
Jeder der einen Nitroxschein besitzt sollte auch die Möglichkeit nutzen und mit Nitrox tauchen. Der höhere Sauerstoffanteil in der Luft verlangsamt die Anreicherung von Stickstoff im Gewebe, und verlängert die Nullzeit. Aber vor allem verringert es die Gefahr einer Dekompressionserkrankung. Wer keinen Nitroxschein hat kann diesen bei Stefan erwerben.
Nachdem uns die Basis gezeigt wurde legen wir unsere Ausrüstung an und es geht endlich zum Tauchen. Aber vorher gibt es ein Briefing. Unser erster Tauchgang ist am Lavafinger geplant und ist gleichzeitig auch ein Checkdive. Egal wie viele Tauchgänge im Logbuch stehen, jeder muss Stefan beweisen dass er tauchen kann, denn Sicherheit steht bei Manta Diving an erster Stelle.

Der Einstieg zum Lavafinger ist direkt an der Basis und nach wenigen Schritten schnell erreicht. Über eine Leiter geht es ins Wasser. Jetzt der Checkdive. Maske ausblasen, Wechselatmung und kurze Tarrierübungen, für keinen der vier Taucher unserer kleinen Gruppe ein Problem. Stefan überzeugt sich ob alles passt und ob jeder die richtige Menge an Blei hat. Dann geht es endlich los ins tiefe Blau. Es fühlt sich gut an wieder unter Wasser zu sein. Der Tauchplatz ist wunderschön und von Felslandschaften und weißen Sandflächen geprägt. Es gibt keine Strömung und die Wassertemperatur liegt bei 24 Grad. In einem 5mm-Anzug lassen sich diese Temperaturen gut aushalten.
Das Wasser hier ist voller Leben. Uns begegnen Trompetenfische, die kopfüber durch das Wasser treiben. Große Schwärme von Goldflossengrunzer und verschiedene Arten von Drachenköpfen. In den weiten Sandflächen halten hunderte von Röhrenaalen neugierig ihre Köpfe aus dem Boden. Egal wie vorsichtig wir uns ihnen auch nähern, nur wenige Meter bevor wir sie erreichen verschwinden sie langsam im Untergrund. In den unzähligen Löchern und Spalten suchen wir nach Leben und werden schnell fündig. Sie sind das Zuhause von Garnelen, Oktopusse und der berühmten Hausmuräne Esmeralda. Es gibt hier sehr viel zu entdecken, doch nach 60 Minuten sagt uns unser Finimeter das es Zeit ist aufzutauchen.
Nach dem Ablegen der Ausrüstung wird der leere Tank zurück ins Magazin gebracht. Anschließend gibt es ein köstliches Mittagessen im Restaurant Atlantis, welches sich direkt oberhalb der Basis befindet. Von hier hat man einen herrlichen Blick über den Atlantik.
Bei unserem zweiten Tauchgang am Nachmittag geht es zur Arena. Auch dieser Platz ist zu Fuß schnell erreicht und liegt, wie der Lavafinger, direkt im Unterwasserschutzpark. Wieder finden wir imposante Felsformationen vor und einen 10 Meter langen, lichtdurchfluteten Tunnel. Die stimmungsvolle Kulisse und die Artenvielfalt beindrucken uns sehr. Besonders die Barrakudas und die großen Zackenbarsche haben es uns angetan. Die großen Zackis vor Madeira sind etwas Besonderes. Sie sind überhaupt nicht scheu und lassen die Taucher sehr dicht an sich herankommen. Junge Zackenbarsche werden geschlechtlos geboren, dann sie weiblich, und erst ab einer bestimmten Größe werden sie männlich. Dadurch dass sie erst sehr spät geschlechtsreif sind, und in vielen Gewässern harpuniert werden entdeckt man sie immer seltener. Vor Madeira aber findet man sie noch.
Dienstag und Samstag bietet die Basis Bootsfahrten zu den weiter entfernten Tauchplätzen an. Wir haben Glück und ergattern die letzten von 11 Plätzen an Bord. Mit dem Aluminiumboot und seinen 175 PS sind die Spots, nördlich von der Basis gelegen, schnell erreicht. An den Plätzen hier findet man etwas Strömung vor, dadurch bedingt ist die Sicht etwas schlechter, aber immer noch gut. Getaucht wurde am Cap Garajau und am T-Riff.

Am T-Riff erhaben sich zwei im Blauwasser freistehende Felsen bis auf 12 Meter in Richtung der Wasseroberfläche. In den vielen Felsspalten leben unzählige Muränen und viele andere Riffbewohner. Das lockt auch Räuber wie Barrakudas und Stachelmakrelen an. Das Highlight hier war die Sichtung eines großen Stachelrochens. Das Cap Garajau ist bekannt für seine großen Zackenbarsche. Die Exemplare hier erreichen eine Länge bis zu 1,50m und sind bis zu 50 Jahre alt. Durch den geringen Zeitaufwand, das übersichtliche Tauchprofil und dem großen Artenreichtum gehört dieser Tauchplatz zu den Top Spots im nördlichen Atlantik und wurde von der Zeitschrift Unterwasser (Nov. 2003) zu den “100 besten Tauchspots der Welt” gekürt.
Zwei Tage tauchen reicht nicht aus um die Unterwasserwelt vor Madeira nur annähend zu erkunden. Uns hat es hier sehr gut gefallen und das Manta Diving Center macht einen super Job. Bei Stefan und seinem Team steht die Sicherheit an erster Stelle und man ist hier in den besten Händen. Auch unerfahrene Taucher finden hier ideale Bedingungen vor. Uns hat es sehr gut gefallen und wir kommen bestimmt wieder nach Madeira.

Unser Tipp:
Jeden Mittwochabend ab 21:00 Uhr findet in der Bar oberhalb der Basis ein Taucherstammtisch statt. Hier findet man schnell Kontakt zu den anderen Tauchern oder einen Buddy für die nächsten Tauchgänge. Und jeden Donnerstag an gleicher Stelle findet ein Diavortrag über die Unterwasserwelt Madeiras statt.
Quelle/Fotos: www.dive-lounge.de







