Auf schmalem Grat, der steile Weg des Luis Trenker: phoenix / 07.Sept.09 / 21:00 – 21:45 Uhr
Aug 31st, 2009 | By wpreisen | Kategorie: TV-TippsAls Bergfex und Naturbursche, als charmanter Plauderer und Publikumsliebling ist er unvergessen: Luis Trenker. Dass er zu den Pionieren des Bergfilms gehörte, dass sein Leben eng verwoben war mit dem politischen Auf und Ab seiner Heimat Südtirol, ist wenig bekannt. Steffi lllinger zeichnet die Höhen und Tiefen eines langen Lebensweges, die schwierige Balance zwischen Hitler und Mussolini, zwischen Anpassung und Widerstand, zwischen Zeitgeschmack und Filmkunst. Trenkers Karriere ist ein Stück Filmgeschichte und spiegelt gleichzeitig die Geschichte Südtirols im 20. Jahrhundert wider. Geboren wird er 1892 als Sohn eines armen Holzschnitzers im Grödener Tal. Trotzdem gelingt es ihm, Architektur zu studieren. Sein Studium wird unterbrochen vom 1. Weltkrieg, den er an der Dolomitenfront erlebt. Nach Kriegsende, Südtirol ist nun ein Teil Italiens, arbeitet er als Architekt in Bozen. Italiens Faschisten machen ihm das Leben schwer. Durch dieses indirekte Berufsverbot findet er jedoch zu seiner eigentlichen Berufung, dem Film: Weil ein Schauspieler nicht klettern kann, erhält der als Bergführer eingesetzte Trenker die Hauptrolle. Er spielt an der Seite von Leni Riefenstahl, bevor er selbst zum Allrounder im Filmgeschäft mutiert. Er spielt Hauptrollen, verfasst Drehbücher und führt Regie. Wegen seiner Filme, die fast alle um seine alpine Heimat kreisen, wird er anfangs von den braunen Machthabern hofiert, für die der Bergfilmpionier ins ideologische Konzept passt. Auch Mussolinis Faschisten wechseln zwischen Verbot und Förderung seiner Filme. Als Trenker kritischere Töne anschlägt, lässt Goebbels ihn fallen. 1940 hat erhält er Berufsverbot in Nazideutschland. Als Südtiroler saß er ohnehin zwischen allen Stühlen. Durch das Südtirol-Abkommen zwischen Hitler und Mussolini wurde er, wie seine Landsleute, gezwungen zu optieren. Die Option bedeutete damals, entweder sich als deutschsprachiger Südtiroler zum Deutschen Reich zu bekennen, was Zwangsumsiedelung zur Folge hatte, oder aber zu bleiben und die Italianisierungspolitik zu akzeptieren.





