Alpenüberquerung – Mein persönliches Tagebuch von Oberstdorf nach Verona Tag 2
Aug 31st, 2009 | By wpreisen | Kategorie: AllgemeinUm 5.20 Uhr beginnt ein neuer Tag. Im Waschraum wache ich erst richtig auf – sich bei eiskaltem Wasser zu waschen ist nicht gerade eine Wohltat. Frisch abgekühlt wird dann wie jeden Tag der Schlafsack gerollt und der Rucksack gepackt. Um 6.45 Uhr gibt’s dann ein zünftiges Frühstück mit Marmelade, Salami, Käse, Honig und Nutella. Pünktlich wie geplant brechen wir um 7.30 Uhr Richtung Österreich auf.
Bereits eine Std. später passieren wir die Landesgrenze. Noch einmal ein Blick zurück und auf geht’s in ein neues Tal mit herrlicher Aussicht auf die Lechtaler Alpen. Nach ca. 3 Std. angenehmem Abstieg sitzen wir auf der Terrasse des Gasthof Bären und lassen uns bei Sonnenschein eine Knödelsuppe auf der Zunge zergehen. Vom Gasthof Bären aus geht es dann mit einem kleinen Bus zum Einstieg der Memminger Hütten. Wir fahren ca. 18 km durch das Lechtal. Grundsätzlich kann man diese Strecke auch laufen, der Weg führt aber nur an einer Straße entlang und ist nicht gerade interessant.
Am Einstiegspunkt angekommen, werden unsere Rucksäcke mit der Lastenseilbahn zur Hütte gefahren. Dies erleichtert uns natürlich das Wandern zur 2245 m hoch gelegenen Memminger Hütte. Auch dieser Aufstieg ist nicht zu unterschätzen. Um ca. 15.00 Uhr haben wir den 800 Höhenmeter Anstieg erfolgreich hinter uns. Bei einem guten Stück Kuchen und einem Kaffee auf der Terrasse der Hütte sehen wir auch schon den Weg zur Seescharte. Diese soll am nächsten Tag unser höchster Punkt sein. Der Weg sieht von weiten schon sehr vielversprechend aus. Nachdem Erwin mit den letzten die Hütte erreicht hat, bekommen wir wieder unser Schlaflager zugewiesen. Wir schlafen heute Nacht zu sechst in einem sehr gemütlichen Zimmer. Überhaupt ist die Memminger Hütte sehr zu empfehlen. Die Schlaflager, Waschräume, WC`s und Trockenräume sind neu und sehr gelungen gebaut.
Um 17.45 Uhr gibt`s bereits Abendessen. Mit einer Suppe als Vorspeise, Gulasch als Hauptgericht und einer süßen Nachspeise im Bauch brechen wir an diesem Tag noch einmal zum Gipfel auf. Wie die Verrückten rennen wir in nur 20 Minuten auf den 2412 m hohen Seekogel um den Sonnenuntergang zu bewundern. Was für eine herrliche Aussicht! Zurück auf der Hütte erklärt uns Erwin, dass wir am nächsten Tag die härteste Tagesetappe der Alpenüberquerung vor uns haben (er sollte damit auch wirklich recht behalten). Wir müssten auf jeden Fall um 5.00 Uhr aufstehen, um 6.00 Uhr frühstücken und um 6.30 Uhr gehe es dann weiter – erklärt Erwin. …na dann gute Nacht!
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